Dienstag, 31. März 2009

Sommerzeit und Frühlingsduft

Wer hat's erfunden? Die Schweizer? Ich weiß es nicht, aber ich bin dem Erfinder - oder war es eine sie? - der Sommerzeit unendlich dankbar. Seit Sonntag bin ich nicht mehr gezwungen, mich auf dem Laufband abzumühen und dabei zwei Stunden lang auf schwabbelige Hintern zu schauen, die auch nach dem x-ten Mal auf dem Crosstrainer nicht einen Millimeter kleiner geworden sind. Respekt, dass die das einen Winter lang durchhalten, so ganz ohne Erfolgserlebnis... Vielleicht sollten sie es mal mit Laufen probieren?
Wurscht, ich jedenfalls habe jetzt freien Lauf auf freien Radwegen, denn nach Büroschluss ist noch so viel Tageslicht übrig, dass sich auf jeden Fall ein Läufchen in freier Natur ausgeht. Schaue dabei auf den Asphalt, wie er unter mir dahinfliegt, freue mich über die ersten Blüten und die ersten grünen Knospen an den Bäumen und atme tief ein, während ich durch die Wolken von Schädlingsbekämpfungsmittel - das nur ganz leicht nach Chemie riecht - laufe, welche die Obstbauern links und rechts des Radweges ununterbrochen ausbringen. Heissa und juche, der Frühling in Südtirol ist da...

Sonntag, 29. März 2009

Herzinfarkt beim Laufen

Die einfachen Zeiten sind vorbei. Das ist mir nun endgültig klar. Hat es vor zwei, drei Jahren als leidensfähiger und -williger Läufer noch genügt, sich bei einem Straßenlauf einzuschreiben, die entsprechende Gebühr zu bezahlen und dann am Start zu erscheinen, um dabei sein zu dürfen, ist das nun alles viel, viel komplizierter. Erstens braucht es nun ein sportmedizinische Bestätigung und zweitens - zumindest als italienischer Staatsbürger - eine FIDAL-Mitgliedschaft (FIDAL = Federazione Italiana di Atletica Leggera). Auch das sportmedizinische Attest wird beim Meraner Halbmarathon nur von italienischen Staatsbürgern verlangt. So quasi nach dem Motto: Wenn so ein Touri auf der Strecke stirbt, is eh wurscht, aaaaber auf "unsere", da müss'mer schon schauen, dass die gesund an den Start gehen.
Dabei ist so eine normale sportmedizinische Untersuchung sowieso nur eine Alibiuntersuchung. Wie will man mit ein bisschen Treppensteigen auf dem Stepper die Belastungsgrenze des Athleten herausfinden? Hallo? Das Problem ist nämlich laut vieler Experten nicht der geringe Fitnesszustand der Freizeitsportler, die sich an Marathons und Halbmarathons beteiligen. Vielmehr sind das die Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen in den vorangegangenen, "sportlosen" Jahren, die sich aufgrund mangelnder Bewegung und falscher Ernährung gebildet haben. Wird dann plötzlich wieder Sport getrieben, verbessert sich zwar der allgemeine Gesundheitszustand, die Ablagerungen in den Arterien bleiben aber bestehen. Und dann kann es passieren, dass sich während einer sportlichen Belastung eine solche Ablagerung löst und einen Herzinfarkt hervorruft. Wollte man dieses Risiko wirklich ausschließen, bräuchte es nicht nur einen ausgiebigen Gesundheitscheck, sondern auch einen Ultraschall des Herzens (siehe auch dieses Interview).
Der Grund für die verschärften Bestimmungen (nebenbei bemerkt: das entsprechende Gesetz gibt es bereits seit 1982, ohne dass es bis vor kurzem berücksichtigt worden wäre!) ist nicht die Angst um die Gesundheit der Läufer, sondern die Angst der Veranstalter vor Regressansprüchen.

Samstag, 28. März 2009

Umfrageergebnisse

Hier kurz das Ergebnis der Umfrage, die drei Wochen online war und nun abgeschlossen ist.

Laufen ist...

...blöd: 0 Prozent
...himmlisch: 14 Prozent
...ein notwendiges Übel: 14 Prozent
...ein toller Ausgleich: 72 Prozent

Conclusio: Der weitaus größte Teil jener, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sieht Laufen als einen tollen Ausgleich. Zu was auch immer. Ein geringerer Prozentsatz sieht darin ein himmlisches Vergnügen. Naja, da hätte ich andere Betätigungen als Vorschlag dafür. Und bei all jenen, die Laufen als notwendiges Übel bezeichnen, frage ich mich: Müsst ihr's tun? Lasst es dann doch einfach bleiben und werdet glücklich - auch ohne Sport (ihr solltet aber diesen Blog weiterhin lesen ;-)

Montag, 23. März 2009

Zu dritt unterwegs

Der Countdown läuft unerbittlich weiter, der Start in Meran rückt näher und näher. Also keine krankheitsbedingte Müdigkeit vorschützen und los zu neuen Trainingseinheiten. In meiner "Bibel" steht zwar, dass man nach einer Woche Krankheit mindestens ebensolange nur gemütlich laufen und danach im Trainingsplan zwei Wochen zurückgehen und dort weitermachen sollte. Aber was soll's, soviel Zeit habe ich nicht mehr. Also gab's an diesem Wochenende kein Pardon und ich habe gleich mal ausgecheckt, wie schnell ich noch bin. Und siehe da, ich bin schneller als gedacht. Zumindest auf kurzen Strecken, sprich zwei Kilometer, kann ich jetzt ein Tempo halten, das vorher nicht möglich gewesen wäre. Was so ein paar Kilo weniger ausmachen?! Geht's länger und bei moderatem Tempo dahin, dann hapert's aber gewaltig. Das Stehvermögen hat arg gelitten und ich seh' mich auf den letzten Kilometern - wieder einmal - mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7 Min./Kilometer dem Ziel in Meran entgegentorkeln.
Um bei meiner Trainingseiheit nicht ganz schutzlos zu sein, habe ich mich gestern von meinen Babytwins begleiten lassen. Gut verpackt im Zwillingswagen haben wir gemeinsam rund 14 Kilometer runtergespult. Nein, nicht falsch verstehen, ich war natürlich nicht verpackt, ich habe geschoben - und mich abgestützt. Ist gar nicht mal so blöd, mit einem Kinderwagen zu laufen. Mein Hintergedanke: Wenn ich schlapp mache, kann ich mich als Spaziergänger tarnen, der seine Brut ausführt. Denn ein Läufer in Tights, der nach Hause schlurft, erntet mitleidige und hämische Blicke. Einem Papi hingegen, der in engen Höschen seine Zwillinge spazierenführt, schlagen Bewunderung (seitens der Damenwelt) und Neid (seitens der männlichen Konkurrenz) entgegen. Und wer gar laufend bis zum Ende durchhält, ist stolz auf sich selbst und froh, dass die Kleinen so lange keinen Pieps von sich gegeben haben.

Freitag, 20. März 2009

No way back

Der Frust über das Nicht-laufen-können hat auch etwas Gutes: Ich habe mich endlich für den Meraner Frühlingshalbmarathon angemeldet. Ja, ja, ich weiß, es hat bis jetzt immer so ausgesehen, als hätte ich das bereits vor Monaten getan, aber dem war nicht so. Ein kleines Hintertürchen hatte ich mir immer noch offen gelassen. Man weiß ja nie, was so in der Vorbereitung passiert. Man kann sich ja verletzen, keine Lust mehr haben, die Laufschuhe nicht mehr finden, mit der Geliebten auf eine Insel flüchten, nach Australien ziehen - oder die Frau verbietet einem die Teilnahme. Alles schon mal vorgekommen.
Nun ist das Hintertürchen zu, Startgeld ist bezahlt und jetzt wird auch gestartet. Rückzieher werden bei mir nicht akzeptiert. Und bald werde ich mich wieder ins Training stürzen. Jetzt erst recht!

Mittwoch, 18. März 2009

Motivation ist alles

Puuhh, so langsam geht's besser. Nach mehreren Tagen und Nächten mit "Tempoläufen" auf die Toilette scheint sich mein Magen wieder zu beruhigen. In den letzten zwei Tagen habe ich weiterhin meine Zehn-Kilometer-Bestzeit verbessert. Theoretisch. Hochgerechnet aus dem eingetretenen Gewichtsverlust. Praktisch sieht die Sache anders aus, denn ich fühle mich wie ein zetretener Waschlappen, den man in die Ecke geschmissen hat. Oder zumindest glaube ich, dass sich ein solcher Waschlappen genau so fühlen müsste, wie ich mich zur Zeit fühle. Auf gut Deutsch: Ich bin total ausgelaugt! Allein beim Gedanken an Laufen fühle ich mich gleich noch müder. Wie soll ich da bloß noch die restlichen Tage bis zum Start des Frühlingsmarathons in Meran trainierend überstehen?
Was tut ein Läufer, der sich in einem Motivationsloch befindet und an den Selbstzweifel nagen? Er kauft sich ein Buch. Natürlich ein Laufbuch. Mein Rettungsanker heißt "Das große Laufbuch" von Herbert Steffny, das mit nichts weniger als mit dem Titel "Die Laufbibel" in Foren und bei Besprechungen bezeichnet wird. Das einzige Problem: Das Ding ist so schwer (1.079 Gramm!), dass ich es in meinem geschwächten Zustand kaum tragen kann. Also schiebe ich die "Bibel" wieder beiseite, drehe mich auf die Seite, döse weiter und träume davon, wie ich in Meran leichtgewichtig, beschwingt und voller Kraft über die Zielline schwebe, auf die Uhr schaue - und dort erschrocken ein 2.01.46 sehe. Geschockt und schweißüberströmt wache ich dann wieder auf.

Sonntag, 15. März 2009

Tempoläufe - mal ganz anders

Am Wochenende standen Tempoläufe auf dem Programm. Dass diese zwischen Bett und Toilette stattfinden würden, das stand nicht auf meinem Trainingsplan. Es kam aber so. Und hin und wieder war ich ziemlich hinter der Zeitvorgabe...
Ich habe mir von meinen zwei Babytwins eine Magengrippe eingefangen. Die Beiden haben es geschafft, ihre gesamte Pyjamakollektion innerhalb von einer Nacht zu durchsch...nässen. Und da ich nicht so viele Pyjamas habe, blieb mir nichts anderes übrig, als auf die Toilette zu rennen. Mit viel Tempo. Zwischen diesen "Tempoläufen" lag ich (und liege immer noch!) apathisch zwischen den Laken und dachte - meine Gliederschmerzen kurz beiseiteschiebend - wie Essen doch etwas Unnatürliches sei. Schon allein der Gedanke daran ließ Übelkeit in mir hochsteigen. Essen fiel also in den vergangenen Tagen aus. Auf diese Weise habe ich es geschafft, in zwei Tagen zwei Kilo abzunehmen. Da weniger Gewicht auch schneller Laufen bedeutet, habe ich so meine Zehn-Kilometer-Bestzeit an diesem Wochenende um eine Minute verbessert. Und das nur mit rumliegen und aufs Klo gehen. Glaubt ihr nicht? Dann schaut mal hier...
Ich werde jedenfalls für den Rest der Halbmarathonvorbereitung so weitermachen. Wenn ich das richtig berechnet habe, könnte dann sogar der Streckenrekord drin sein. Wenn mich nicht der Wind aus der Bahn wirft, denn dann wiege ich nur mehr 43 Kilo. Ob ich dann aber auch gewinne, ist nicht sicher. Es könnte mich schon auf der ersten Runde ein Zwei-Kilo-Läufer überholen. Der wäre dann in sagenhaften 19 Minuten im Ziel. Grob geschätzt wäre das dann sogar Weltrekord...

Freitag, 13. März 2009

Da fällst du auf die Fresse!

Diesmal ist der Titel wortwörtlich zu nehmen. Gestern bin ich voll auf die Fresse gefallen. Meine Handflächen sehen jetzt wieder aus, wie zuletzt, als ich neun Jahre alt und nicht zu bändigen war. Meine Handballen sind eine einzige Wunde. Meine geliebte Gore Running-Hose ähnelt im rechten Kniebereich einem Schweizer Käse (Schluchz!!).
Schuld an meinem kleinen, feinen Bodentauchgang während meines gestrigen Trainings war mein schlurfender, energiesparender Laufstil, eine kleine Welle im Asphalt - und mein neues Spielzeug: der Garmin Forerunner 405. Ein geiles Läuferspielzeug, das mich als bekennender TechnikInternetNewMediaFreak bereits nach wenigen Minuten in seinen Bann gezogen hat. Zu sehr in seinen Bann gezogen, denn ich war während des Laufens so auf das piepsende und fiepende Ding konzentriert, mein Blick so darauf fixiert (es war eben Liebe auf den ersten Blick!), dass ich alles um mich herum vergessen hatte. Auch die kleine Bodenwelle vor meinen Füßen. Erst als ich auf allen Vieren auf dem Boden lag, war ich wieder in dieser Welt. Dafür sorgten schon meine schmerzenden Hände und das Ziehen im Knie.
Aber seht selbst, ihr werdet mich dann verstehen:



Einen ausführlichen Testbericht wird's an dieser Stelle auch bald geben (sobald mein Knie verheilt ist und ich wieder laufen kann).

Mittwoch, 11. März 2009

Nordic Walking statt Training

Jetzt ist es wohl passiert. Ich habe ein Training ausgelassen. Und wie jeder ernstzunehmende Sportler weiß, ist ein nicht gemachtes Training ein auf ewig verlorenes Training. Ein aufholen geht nicht, auch nicht durch ein extremeres, intensiveres am nächsten Tag (das erspart mir heute zumindest einen 20 km langen Tempolauf).
Schuld an meinem Versäumnis trägt mein Schwager. Muss der denn genau an meinem Trainingstag Geburtstag haben? Naja, mein Schwager ist auch sonst ein wenig komisch. Sein Lieblingssport ist nämlich Nordic Walking. Natürlich nennt er das nicht so. Er nennt es "Berglauf". Jetzt meine Frage: Haben Bergläufer zwei Stöcke in der Hand? Eben! Mein Schwager aber schon. Und so wandern er und sein Nachbar - oft zu später Stunde und in aller Dunkelheit mit Stirnlampe bewaffnet - die Talhänge hoch. Und das ist für sie dann Berglauf. Für mich ist aber alles, was sich mit Hilfe zweier Stöcke weiterbewegt, entweder ein Senior, der sich fit hält oder ein Nordic Walker - oder beides zusammen (Wie alt wurde mein Schwager nochmal?). Berglauf sieht bei mir jedenfalls anders aus. Aber vielleicht rennen die Beiden ja deshalb meistens nur nachts durch die Gegend.

Montag, 9. März 2009

Darf's ein bisschen steiler sein?

Die Tage rinnen dahin. Keine 50 Tage mehr und ich stehe mit vielen anderen im Startbereich des Meraner Frühlingsmarathon und werde beim Anblick der Menschen, die rundherum in den Bars an ihren Cappucinos nippen, wieder einmal denken: "Wieso tue ich mir das bloß an?"
Dass, wie Bruno Martini in seinem Interview auf www.marathon-meran.com behauptet, Meran eine "schnelle Strecke" sei, kann ich nicht bestätigen. Jedesmal, wenn ich mich auf der zweiten Runde die Höhenmeter nach Algund hinaufmühe, habe ich den Verdacht, dass einer der Organisatoren irgendwo an einem Knöpfchen gedreht und die Steigung des Feldweges um zehn Grad nach oben verstellt hat. Und das soll eine schnelle Strecke sein? Wahrscheinlich regulieren die Veranstalter so die Siegerzeit: Ok, heuer wäre wieder Mal ein Streckenrekord nötig, um in die Medien zu kommen. Stell'mer die Algunder Steigung ein wenig flacher ein. Sepp, dranschs haint awie oii?
Wer Angst hat, beim Rennen den Weg nicht zu finden, kann sich hier die GPS-Daten herunterladen.

Samstag, 7. März 2009

Laufmethusalem und Crosstrainertypen

Gestern war wieder Laufbandtag. 20 Kilometer, mittlere Intensität. Ich glaube, nichts kommt dem Hamsterrad näher, als 20 Kilometer auf dem Laufband abzuspulen. Die englische Bezeichnung für Laufband kommt dem ja schon sehr nahe: "treadmill", am besten übersetzt mit Tretmühle. Irgendwie ist es wie im Job: Jemand anderer bestimmt die Geschwindigkeit und dir bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen, mitzuhalten.
Als 20-Kilometer-Läufer auf dem Laufband im Fitnessstudio "überlebt" man Generationen von Studiobesuchern. Menschen kommen, Menschen gehen - und du bist immer noch auf dem Laufband. Du kommst dir vor wie ein Methusalem. Irgendwann bist du der einzige "Überlebende" deiner Generation, der einzige, der von denen, die mit dir die Räumlichkeiten betreten haben, noch übrig ist.
Und natürlich hast du jede Menge Zeit, deine Mittrainierer zu beobachten. So konnte ich gestern auch feststellen, wieviele und welche Trainingstypen es auf dem Crosstrainer und dem Laufband gibt.
Beim Crosstrainer ist da der "Dancer": Die Hände sind nicht an den "Stöcken" sondern frei und leicht angewinkelt, die Beine bewegen sich rythmisch mit den Pedalarmen, in denen die Füße stecken. Hin und wieder wackelt er mit dem Po.
Der "Holder"-Typ hat die Hände ebenfalls nicht an den "Stöcken", sondern stützt sich damit in der Mitte des Geräts ab. Hat wohl etwas gegen eine kräftige Oberkörpermuskulatur.
Der "Running back"-Typ steht in vorgeschriebener Position auf dem Crosstrainer, hat Hände und Füße dort, wo sie sein sollten - und läuft rückwärts. Ist komisch und sieht auch komisch aus.
Auf dem Laufband gibt es dann noch das "Klatschtier": Kaum des Laufens mächtig, wird das Laufband um mindestens fünf Stundenkilometer schneller eingestellt, als das Laufvermögen beträgt. Um trotzdem noch irgendwie mit dem Laufband mithalten zu können, klatschen die Füße bei jedem Schritt mit einem lautem "Patsch!" auf die Lauffläche. Das typische Geräusch eines Klatschtierläufers ist also: patsch!, patsch!, patsch!, patsch! Ein Geräusch, das im Normalfall aber nie länger als zwei Minuten anhält.
Dann gibt es da noch den "Steilwandkletterer": Dieser hat das Laufband so steil eingestellt, dass es ihn (meist ist es aber eine sie!) fast auf den Hosenboden setzt. Also hält er/sie sich vorne mit beiden Händen an der Kante des Armaturenbretts fest. Eigen- und Fremdbildnis gehen in diesem Fall wahrscheinlich ziemlich auseinander: Während der/die Ausführende denkt: Oh Mann, bin ich cool! Denkt sich der Betrachter: Oh Mann, sieht das Scheiße aus!
Anmerkung: Alle Trainingstypen konnten während eines einzigen 20-km-Laufs auf dem Laufband im Fitnessstudio beobachtet werden.

Freitag, 6. März 2009

Im Gestanke deines Schweißes

Die Idee hat was: Wenn ich morgens direkt zu meiner Arbeitsstelle laufen würde (ca. 14 km), wären die langweiligen Sessions auf dem Laufband obsolet. Das wäre doch genial. Eines spricht allerdings dagegen: Beim Laufen schwitzt man. Wird dieser Schweiß anschließend nicht abgewaschen, entwickelt er einen ganz eigenen und je nach Person unterschiedlich gearteten Geruch. Dieser Geruch ist in den meisten modernen Büros eher unwillkommen. Warum? Weil es manche Kollegin und mancher Kollege einfach nicht lassen kann, täglich zu duschen! Würden meine Kollegen und Kolleginnen das nämlich unterlassen, würden sie ebenfalls stinken. Und wenn alle stinken, fällt es keinem mehr auf, denn die menschliche Nase kann sich bis zu einem bestimmten Punkt an einen Geruch gewöhnen.



Eine Eigenschaft, die wohl in der Steinzeit überlebenswichtig war. Immerhin waren die Wohnhöhlen schon damals oft überfüllt und da es noch keine Duschen gab, sind die Männer nach der Jagd einfach direkt und ganz ungewaschen in ihr Fellbett gestiegen. Was glaubt ihr, was da für ein Geruch entstand? Um ein Aussterben der Menschheit zu verhindern, war eine Gewöhnung der Nase an den Gestank das einzige, was die Natur tun konnte.
Heute sind Büros naturfreie Zone (abgesehen von einigen Plastikpflanzen). Und ohne Dusche. Und bevor sich Letzteres nicht ändert, werde ich wohl wieder aufs Laufband gehen. Winke, winke und Goodbye.

Donnerstag, 5. März 2009

Total platt

Bin ich übertrainiert? Auf jede Fall fühle ich mich seit Tagen total schlapp. Habe ich vielleicht meinen 10-km-Testlauf noch nicht verdaut? Ist es die Frühjahrsmüdigkeit? (Frühjahr? Es schneit ja noch!) Auf jeden Fall müssen meine Babyzwillinge der Meinung sein, dass stündliches Aufwachen und/oder Aufstehen während der Nacht für meine Regeneration sehr hilfreich sei. Und diese ihre Überzeugung leben sie seit ein paar Nächten mit vollem Einsatz.
Bestätigt bekommen habe ich meine Vermutung, dass die Strecke, die ich für meinen Testlauf benutzt habe, nicht richtig vermessen ist. Eine Kollegin hat ebenfalls diesen Eindruck. Auf meine entsprechende Frage antwortete sie: "Ja, die Strecke ist sicher kürzer als zehn Kilometer." Ich danke für diese Information.

Montag, 2. März 2009

Spendenaufruf

"Ham'se mal ne Minute?" Mit dem Spruch könnte ich jetzt hausieren gehen. Oder ich stelle mich in die Fußgängerzone, halte meine Baseballmütze den Leuten, begleitet von dieser Frage, hin. Vielleicht wirft mir der eine oder andere eine Minute hinein. Ich wäre auch mit Sekunden zufrieden, Kleinvieh macht ja auch Mist. Oder ich frage beim Halbmarathon meine Mitläufer: "Hast du mal ne Minute für mich?" Vielleicht erbarmt sich der eine oder andere und schenkt mir eine. Mir fehlen nach Hochrechnung meiner 10-km-Zeit nämlich sieben Minuten. Sieben Minuten zu meiner angepeilten Halbmarathonzeit. Woher nehmen, wenn nicht stehlen - oder erbetteln?
Es war nichts zu machen gestern. Es ging nicht schneller. Bis Kilometer sieben war ich voll im Plan, ab Kilometer acht habe ich dann geahnt: das wird nichts mehr. Auf dem letzten Kilometer habe ich nochmals versucht zu pushen, aber auch das hat nichts mehr genützt, am Ende war ich über einer Minute über der Sollzeit.
Allerdings muss ich betonen, dass die Verhältnisse nicht optimal waren. Teilweise Gegenwind, rücksichtslose Radfahrer, babybedingte Müdigkeit. Da kann man ja keine Topleistung erbringen! Außerdem: Vielleicht hat der Typ, der die Strecke auf dem Radweg markiert hat, fehlerhaft gemessen? Das muss ich gleich mal kontrollieren. Inzwischen: Haben Sie mal ne Minute?