Dienstag, 8. März 2011

Runner's Word wird erwachsen!

Nach einer langen Verschnaufpause (Läufer brauchen das manchmal!) wird dieser Blog nun erwachsen und mausert sich zur ausgewachsenen Internetseite, die thematisch um Laufveranstaltungen sowie die Eigenheiten des Laufens und der Läufer in Südtirol und Italien kreist.

Folgt mir auf www.laufblog.it

Dienstag, 16. März 2010

Flugzeug tötet Jogger


Ich wusste es schon immer: Musikhören beim Laufen ist gefährlich. Nicht nur, dass man sich durch aufpeitschende Musik zu einem schnelleren Rhythmus verführen lässt und deshalb immer nahe am Übertraining entlangschrammt, nein, auch Motorräder, Autos und - Flugzeuge werden dann gerne überhört.
Letzteres ist jetzt einem Jogger in South Carolina passiert, der mit iPod und Stöpseln im Ohr gemütlich am Strand entlangjoggte. Deshalb konnte er auch das Flugzeug in seinem Rücken nicht höre, das gerade zur Notlandung ansetzte und das ihn kurz danach niederstreckte. Der Jogger überlebte den Zusammenprall nicht, die zwei Flugzeuginsassen schon.
Ich denke mal, dass ich im kommenden Sommerurlaub am Strand dann wohl eher "oben ohne" laufen werde. In der Hoffnung, dass kein Segelflugzeug, Drachenflieger oder Paragleiter hinter meinem Rücken zur Landung ansetzt...

Montag, 25. Januar 2010

It's not over until it's over

Vorbei ist nicht vorbei und solange das Spiel - Leben? - läuft, kann alles passieren. Das wusste schon vor Jahren der gute alte Lenny Kravitz, der einen gleichnamigen Song geschrieben hat.

Wenngleich mein Freund Lenny in seinem Lied etwas anderes besingt, so habe ich mir doch nach dem Jahreswechsel gedacht: Das kann's doch nicht gewesen sein? Du wirst dich doch - auch wenn es im letzten Jahr viele Rückschläge gegeben hat - nicht so sang- und klanglos davonschleichen? Du bist jetzt doch Vater, du musst ja Vorbild sein.

Also habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen, bin ins Fitnessstudio geschlichen, habe im Umkleideraum ganz fest den Bauch eingezogen, bin mit gewölbter Brust und eingezogenem Bauch zu den Laufbändern geschritten und ... habe mich nach einem nur Bruchteile einer Sekunde dauernden Zögern draufgestellt. Mit zittrigen Fingern strich ich über die Kommandoknöpfe und habe sie leise zärtlich gegrüßt, die Laufmaschine: "Hallo, Liebes, lange nicht mehr gesehen." Vernahm ich da ein leises Brummen des Motors? Egal, langsam drehte ich die Geschwindigkeit hoch. Trab...Trab...trab..trab.trab.trab. Bis es schließlich rythmisch dahinging:trabtrabtrabrabtrab.
Ich war wieder on the road. Und jetzt bin ich wieder da.

Dienstag, 21. Juli 2009

It's over

Das wird nichts mehr, mit dieser Saison. Ein Halbmarathon im Frühling und das war's. Vergangenen Sonntag wollte ich's noch einmal wissen und habe mich zur Laufveranstaltung "Seiser Alm Running" angemeldet. Auf der Seiser Alm haben sich heuer nämlich wieder mehrere kenianische Laufsuperstars zum Höhentraining eingefunden. Da wären Robert Cheruiyot (viermaliger Sieger des Boston-Marathons), Martin Lel (dreimaliger Sieger Marathon London) und Duncan Kirong (Marathonjahresbestzeit 2009 in Rotterdam von 2:04:27). Die wollt ich doch mal aus der Nähe sehen und habe mich zum Seiser Alm Running angemeldet, wo die Laufstars als Begleitung und außer Konkurrenz dabei sind. Die Fakten: 12,8 km, 400 m Höhenunterschied auf 1.800 bis 2.000 m Meereshöhe sowie eine beeindruckende Bergkulisse.

Schon kurz nach dem Start spürte ich wieder meine Sehne am hinteren linken Oberschenkel. Im steten Aufstieg war das aber nicht so schlimm, erst im ersten flacheren Teil wurde es richtig unangenehm. Bei Kilometer vier humpelte ich mehr als ich lief. Also aufgeben. Da halfen auch die aufmunternden Worte der Laufstars nichts mehr, die wie Gazellen und mit einem breiten Lächeln im Gesicht zwischen den schwitzenden Normalläufern hin- und herflitzten.

Jetzt ist an Laufen wieder mal nicht mehr zu denken und mit null Training kann ich meinen geplanten Marathon in Herbst wohl auch nicht angehen (Ja, ich gebe es zu, ich hatte vor heuer meinen ersten Marathon zu laufen. Ich wollte das bloß nicht an die große Glocke hängen).
Vielleicht sollte ich es doch wieder mit Lasonil probieren? Mmmmhh, mal überlegen...

Donnerstag, 16. Juli 2009

Warum man sich bei Hitze warm anziehen muss

Diese Hitze! Grad eben war es noch kühl und heute hatte es 32° Celsius. Ich war trotzdem laufen und nach wenigen Minuten war ich klitschnass. Kein Windhauch oder kühlende Brise schaffte Abhilfe. Es war heiß und feucht wie im Dschungel. Trotzdem kam es mir plötzlich vor, als ob ich in der Wüste wäre. Ich sah nämlich eine Fata Morgana. Zwei Damen, die mir engegenkamen, hatten um ihre Hüften jeweils eine Baumwolljacke geknüpft. Es hatte immer noch 32° Celsius. Mir war immer noch extrem heiß. Hatten die beiden Damen vielleicht gerade "The Day After Tomorrow" gesehen? Fürchteten sie einen blitzartigen Kälteeinbruch? Hatten sie empfindliche Nieren? Wollten sie das "Saunajogging" ausprobieren? Dick anlegen und dann heftig loslaufen? Ich schüttelte kurz und heftig den Kopf. Das half. Ich sah die Beiden nicht mehr. Ob sie nur vorbeigelaufen waren oder ob es wirklich eine Fata Morgana war, weiß ich immer noch nicht. Mir ist aber immer noch heiß.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Gestorben und wieder auferstanden

Ich war tot. Tot als Läufer. Tot, weil ich nicht mehr laufen konnte. Jetzt lebe ich wieder. Ich laufe wieder. Schuld an allem ist die Pharmaindustrie. Und mein Ehrgeiz. Eine Woche nach dem Halbmarathon in Meran Ende April machte ich mich zu einem längeren Cross Country-Lauf auf. Fahrtenspiel auf natürliche Weise, so, wie es die Schweden erfunden hatten. Im Wald. Nach fünf Kilometern spürte ich, wie ein Ziehen im hinteren linken Oberschenkel immer stärker wurde. Trotzdem lief ich weiter. Einen Kilometer von zu Hause konnte ich nur noch humpeln. Der nächste Tag führte mich in die Apotheke. "Ich habe Probleme mit meiner Sehne am Oberschenkel, haben sie da was?", fragte ich den Apotheker. "Ja, selbstverständlich, tragen Sie doch dieses Gel auf", antwortete er und drückte mir eine Schachtel "Lasonil" in die Hand. Zu Hause trug ich das Gel auf. Zweimal am Tag. So wie es auf dem Beipackzettel stand. Nach drei Tagen waren die Schmerzen im Oberschenkel stark abgeklungen. Ich ging wieder laufen. Die Sonne schien. Am nächsten Tag juckte es am Bein. Am zweiten Tag erschien da, wo ich das Gel aufgetragen hatten, ein großer roter Fleck. Mein Bein wurde immer dicker. Mein Fuß schwoll an. Nach vier Tagen passte mein Bein nicht mehr in die Hose. Es wurde immer schlimmer. Ich bekam Panik. Notaufnahme. Dort schmierten sie mein Bein mit Cortisoncreme ein. Antibiotika nahm ich oral ein. Es wurde trotzdem immer schlimmer. Beim zweiten Mal in der Notaufnahme behielten sie mich da. Ich war vier Tage im Krankenhaus. Antibiotika, Cortison und Antihistaminika gab es intravenös. Cortison gab's auch als dicke Cremschicht auf mein Bein. Zweimal am Tag. Nach vier Tagen schickten sie mich nach Hause, zehn weitere Tage schluckte ich täglich sieben Tabletten und trug weiterhin Cortison auf mein Bein auf. Fingerdick. Nach zwanzig Tagen ging ich wieder laufen. Mein Bein hatte wieder normale Dimensionen. Die Sehne im Oberschenkel tat wieder weh. Gedanken an Selbstmord suchten mich heim. Meine sechs Paar Laufschuhe essen und daran ersticken, das wäre ein schöner Tod. Nur der Blick auf meine Twins hielt mich von einer Verzweiflungstat ab. Jetzt laufe ich wieder. Mit rotem Ausschlag auf der Haut und am ganzen Körper. "Der Wirkstoff", sagt mein Arzt, "kann noch lange in Ihrer Haut vorhanden sein und eine weitere allergische Reaktion auslösen". Ich laufe trotzdem weiter. Ich will wieder leben.

PS: Der Wirkstoff von Lasonil in Italien heißt Ketoprofen und ist eigentlich ein Schmerzmittel. Allergische Reaktionen darauf sind bekannt und dokumentiert. Leider habe ich erst jetzt recherchiert...


Dabei sieht im Werbefilm alles so toll aus... Dass die Stimme am Ende bei der Aufzählung der Nebenwirkungen immer leiser wird, sollte einen allerdings ein wenig stutzig machen.