Dienstag, 5. Mai 2009

Warum Läufer neue Laufschuhe kaufen

Die Empfehlungen, wann es wieder mal Zeit für neue Laufschuhe ist, sind immer wieder putzig zu lesen. Da stehen dann so Sachen wie "Laufschuhe sollten spätestens nach 1.000 damit gelaufenen Kilometern ausgewechselt werden". Und damit man immer den Überblick hat, wieviele Kilometer man auf dem "Schuhtacho" hat, wird empfohlen, im Lauftagebuch zu vermerken, mit welchem Schuh man das Training absolviert hat. Immerhin sollte man ja mindestens drei Paar davon besitzen. Kleine Zwischenfrage: Könnten die Hersteller nicht einfach einen Laufschuh mit integriertem Kilometerzähler herstellen? Und mit drei Laufschuhen ist es bei mir jedenfalls nicht getan. Ich habe - so schnell über dem Daumen gepeilt - mindestens sieben: Ein Paar für lange Läufe, ein Paar für kurze Läufe, ein Paar, das ich kaum anziehe, weil ich davon Blasen bekomme, ein ausgelatschtes Paar mit verloren gegangenen Dämpfungseigenschaften, das aber noch super aussieht und das ich deshalb noch behalte, ein Paar für das Laufband, ein paar mit aufgefransten Innenschuh an der Ferse, das aber noch ganz gut zum Laufen geht, ein Paar... usw. usf.
Es ist nämlich definitiv ein Trugschluss zu glauben, dass Läufer und Läuferinnen Laufschuhe kaufen, weil sie welche brauchen oder weil die alten 1.000 Laufkilometer hinter sich haben. Läufer und Läuferinnen kaufen Laufschuhe, weil sie sich für ein hartes Training belohnen wollen, weil sie sich in einer Läuferdepression befinden, weil sie etwas brauchen, an dem sie sich wieder aufrichten können, weil das neue Modell einfach supergeil aussieht und weil das Gefühl, mit neuen, blitzeblanken, federnden Schuhen über seine Hausstrecke zu schweben einfach unschlagbar erhebend ist und folglich süchtig machen kann.
Gestehen wir es uns doch ein: Laufschuhe sind das Heroin des Läufers, von dem er immer mehr will.

Montag, 4. Mai 2009

Trauerzeit ist vorbei

Hallo, ist da noch jemand? Eine ganze Woche habe ich gebraucht, um mich psychisch und physisch vom Frühlingshalbmarathon Meran zu erholen und meine Wunden zu lecken. Physisch war ich eh schon ziemlich lädiert, wie man meinem letzten Eintrag entnehmen kann. Und natürlich habe ich recht behalten. Ich war einfach noch zu müde, hatte mich nicht genügend erholt (ja, ja, natürlich bin ich selbst schuld, schon klar) und musste dann auf den letzten beiden Kilometern ziemlich kämpfen und habe dabei auf jeden Kilometer eine halbe Minute verloren. Auch beim zweimaligen Anstieg nach Algund konnte ich das Tempo, das ich mir vorgenommen hatte, nicht halten und konnte die verlorenen Sekunden auch beim Abwärtslaufen nicht aufholen. Das Ergebnis: knappe vier Minuten über der angepeilten Zeit. Schlimm! Die Folgeerscheinung: eine einwöchige Schreib- und Laufblockade. Auch, dass ich als Trotzreaktion neue Laufschuhe gekauft habe, hat mir nicht darüber hinweggeholfen. Erst gestern konnte ich mich wieder dazu überwinden, in die Laufschuhe zu schlüpfen und bin ohne Ziel und Absicht durch die Gegend gelaufen. Welch befreiendes Gefühl! Kein Schielen nach der Zwischenzeit, kein "ach ich bin zu langsam" oder "nein, ich bin zu schnell", sondern einfach befreites Laufen! Ich habe den Sinn des Laufens wieder entdeckt...

Eine Bildergalerie des "Frühlingsmarathon Meran-Algund" gibt es hier...