Samstag, 7. März 2009

Laufmethusalem und Crosstrainertypen

Gestern war wieder Laufbandtag. 20 Kilometer, mittlere Intensität. Ich glaube, nichts kommt dem Hamsterrad näher, als 20 Kilometer auf dem Laufband abzuspulen. Die englische Bezeichnung für Laufband kommt dem ja schon sehr nahe: "treadmill", am besten übersetzt mit Tretmühle. Irgendwie ist es wie im Job: Jemand anderer bestimmt die Geschwindigkeit und dir bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen, mitzuhalten.
Als 20-Kilometer-Läufer auf dem Laufband im Fitnessstudio "überlebt" man Generationen von Studiobesuchern. Menschen kommen, Menschen gehen - und du bist immer noch auf dem Laufband. Du kommst dir vor wie ein Methusalem. Irgendwann bist du der einzige "Überlebende" deiner Generation, der einzige, der von denen, die mit dir die Räumlichkeiten betreten haben, noch übrig ist.
Und natürlich hast du jede Menge Zeit, deine Mittrainierer zu beobachten. So konnte ich gestern auch feststellen, wieviele und welche Trainingstypen es auf dem Crosstrainer und dem Laufband gibt.
Beim Crosstrainer ist da der "Dancer": Die Hände sind nicht an den "Stöcken" sondern frei und leicht angewinkelt, die Beine bewegen sich rythmisch mit den Pedalarmen, in denen die Füße stecken. Hin und wieder wackelt er mit dem Po.
Der "Holder"-Typ hat die Hände ebenfalls nicht an den "Stöcken", sondern stützt sich damit in der Mitte des Geräts ab. Hat wohl etwas gegen eine kräftige Oberkörpermuskulatur.
Der "Running back"-Typ steht in vorgeschriebener Position auf dem Crosstrainer, hat Hände und Füße dort, wo sie sein sollten - und läuft rückwärts. Ist komisch und sieht auch komisch aus.
Auf dem Laufband gibt es dann noch das "Klatschtier": Kaum des Laufens mächtig, wird das Laufband um mindestens fünf Stundenkilometer schneller eingestellt, als das Laufvermögen beträgt. Um trotzdem noch irgendwie mit dem Laufband mithalten zu können, klatschen die Füße bei jedem Schritt mit einem lautem "Patsch!" auf die Lauffläche. Das typische Geräusch eines Klatschtierläufers ist also: patsch!, patsch!, patsch!, patsch! Ein Geräusch, das im Normalfall aber nie länger als zwei Minuten anhält.
Dann gibt es da noch den "Steilwandkletterer": Dieser hat das Laufband so steil eingestellt, dass es ihn (meist ist es aber eine sie!) fast auf den Hosenboden setzt. Also hält er/sie sich vorne mit beiden Händen an der Kante des Armaturenbretts fest. Eigen- und Fremdbildnis gehen in diesem Fall wahrscheinlich ziemlich auseinander: Während der/die Ausführende denkt: Oh Mann, bin ich cool! Denkt sich der Betrachter: Oh Mann, sieht das Scheiße aus!
Anmerkung: Alle Trainingstypen konnten während eines einzigen 20-km-Laufs auf dem Laufband im Fitnessstudio beobachtet werden.

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