Freitag, 24. April 2009

Müde Beine

So, jetzt isses wie es ist. Ist ja mir wurscht, kann eh nichts mehr ändern. Nur noch gut 30 Stunden und es geht los. Und ich habe immer noch müde Beine vom letzten Sonntag. Ich habe alles versucht: Einreiben mit Franzbranntwein, Selbstmassage, Dehnen, Gähnen, ... nix. Total verhärtet die Dinger. Das Schweregefühl in den Oberschenkeln will einfach nicht weichen. Schwere? Vielleicht hätte ich nicht so viele Kohlenhydrate essen sollen... Ob Eiscreme und Schokolade auch als Carboloading zählen? Irgendwie bin ich mir da nicht so sicher...
Angestrengt habe ich mich diese letzte Woche vor dem Halbmarathon jedenfalls nicht. Ein lockeres Acht-Kilometer-Läufchen, das war's. Morgen nochmals ein paar lockere Kilometerchen und anschließend ein paar Steigerungen und fertig.
So, jetzt muss ich mit meinem Carboloading weitermachen... Sonja, ist der Schokoladepudding schon fertig?

Mittwoch, 22. April 2009

Sabotage

Nach langer Recherche habe ich den Grund für mein subjektiv schlechtes Ergebnis beim Vivicittà-Lauf gefunden: es sind meine zwei Babytwins! Sie sabotieren meine ganze schöne Vorbereitung für den Halbmarathon, indem sie nachts abwechselnd wach werden und schreien. Wenn ich trotzdem nicht aufwache, versuchen sie es mit einem "Konzert" im Duett. Ich habe mit einer Kinderpsychologin, Paartherapeutin und Psychoanalytikerin gesprochen und nun ist mir alles klar: Meine zwei süßen Zwillinge wollen nicht, dass ihr Daddy so leidet. Sie wollen auf ihre Art verhindern, dass ich mir das nochmals antue. 21,1 Kilometer im Kreis laufen und dann völlig kaputt im Ziel zusammenbrechen... nein, sowas wollen sie nicht mitansehen. Außerdem nervt es die Beiden, dass ich an den Wochenenden stundenlang abwesend bin, weil ich zum langen Lauf aufbreche und nicht bei ihnen bleibe. Deshalb wollen sie mich weichkochen, schlaflos und müde machen. Auf dass ich nie wieder laufe. Jawollll, das alles hat mir Dr. Mag. Barbara Schönreden erklärt und ich glaub's sofort.

Dienstag, 21. April 2009

Läuferdepressionen

Das Leben ist hart - und das eines Läufers erst recht. Fortschritte nach drei Monaten Lauftraining? Nahezu keine! 10-km-Zeit verbessert? Kaum! Locker ins Ziel gelaufen? Überhaupt nicht!
Der zwölf Kilometer lange Vivicittá-Lauf hat mir gezeigt: Wenn ich meine schlechteste Halbmarathonzeit, die ich jemals gelaufen bin, nicht toppen will, muss ich in Meran auf den Zähnen ins Ziel laufen (bildlich gesprochen natürlich).
So gut es auf den ersten sechs Kilometern auch ausgesehen hat, am Ende bin ich doch wieder eingebrochen und habe mich nur mit Mühe ins Ziel retten können. Gut, ich war über zwei Minuten schneller als im letzten Jahr, aber da hatte ich auch nur zwei Wochen und nicht drei Monate Training hinter mir. Ich bin so verzweifelt, dass ich am liebsten meinen Schwager anrufen möchte, um zu fragen, ob er mich mal zum Nordic Walking mitnimmt. Und das, obwohl laut Umfrage über 70 Prozent der Meinung sind, dass Nordic Walking kein Sport ist (was ja auch stimmt!). Tja, so groß ist das Depressionsloch, in dem ich seit Sonntag sitze...

Freitag, 17. April 2009

Fit wie ein Schlappschuh

So, das Urlaubstrainingslager ist vorbei und ich bin fit wie ein Turnschuh. Denkste! Ich habe mir so gewünscht, dass dieser Satz wahr wäre, dass ich ihn einfach geschrieben habe. Die Wahrheit ist: die Tage zwischen meinen Laufeinheiten werden immer mehr, die Laufeinheiten immer kürzer. Die Gründe dafür haben zwei Bezeichnungen: Arbeit und Babytwins. Wie soll ich da bloß meinen Trainingsplan einhalten können? Gut, es stimmt, im Urlaub war ich öfters laufen. Ob das zwei Wochen vor dem Wettkampf noch was bringt? Außer Knieproblemen, die ich seitdem habe?
Es hilft aber nichts, die Situation ist, wie sie ist. Wie's um meine Fitness wirklich steht, wird sich in an diesem Sonntag zeigen, dann nämlich findet der "Vivicittà"-Lauf statt. "Die größte Laufveranstaltung der Welt", wie die Veranstalter behaupten (Vivicittà). Auf jeden Fall findet der 12-km-Lauf gleichzeitig in 35 italienischen Städten statt, darunter ist auch Bozen. Veranstalter ist die Unione Italiana Sport Per tutti (UISP) und die Stimmung dort ist dementsprechend herrlich amateurhaft: Mütterchen, die dir mit einem warmen, aufmunternden Lächeln dein Startpaket in die Hand drücken, urige Männer in ihren Sechzigern mit alten Alpinihüten auf den Kopf, die dir nach dem Rennen eine Kelle Nudel auf den Plastikteller klatschen, Jogger, die mit Startnummern auf ihren Trainingsanzügen aus Baumwolle am Lauf teilnehmen... Einfach herrlich, sage ich euch...
Bei so viel inspirierenden Dingen muss doch eine neue Bestzeit herausschauen. Danach werde ich jedenfals wissen, welche Endzeit ich beim Halbmarathon in Meran erwarten darf. Noch hoffe ich ja ...

Sonntag, 5. April 2009

Futter für den inneren Schweinehund

Mein innerer Schweinehund hatte letzte Woche eine tolle Zeit. Er hat sich richtig fettgefressen und ist auf unbeschreibliche Maße angewachsen. Er war in den letzten Tagen nahezu unüberwindbar. Immer wenn ich mir vorgenommen hatte, mit den Laufschuhen vor die Tür zu treten, stand er im Türrahmen und machte sich breit. Mein innerer Schweinehund ernährt sich nämlich von Stress und deshalb konnte er vergangene Woche so richtig dreinhauen und sich vollfressen. Das Resultat? Drei Tage nicht trainiert und das Gefühl, mindestens zehn Kilo zugenommen zu haben. Ich bin jetzt wieder eine lahme Ente! Schluchz!
Seit gestern scheinen die Dimensionen meines inneren Schweinehundes aber wieder zu schrumpfen. Und spätestens während der kommenden Urlaubs-(und natürlich Trainingswoche) wird er auf Däumlingsgröße gebracht. So wahr ich Armin Aerob heiße!