Freitag, 27. Februar 2009

Tag der Wahrheit

Langsam werde ich nervös. Am Sonntag steht ein Testlauf über zehn Kilometer an. Die Zeit, die dort am Ende auf meiner Uhr stehen wird, entscheidet über meine anzupeilende Zeit und meinen weiteren Trainingsplan. War ich bis jetzt zu optimistisch? Habe ich zu tiefgestapelt?
Die Rechnung ist ganz einfach: Die 10-km-Zeit wird mit dem Faktor 2,223 multipliziert. Das Ergebnis ist dann die realistisch anzupeilende Halbmarathonzeit.
Auch von der 5-km-Zeit lassen sich Rückschlüsse auf die mögliche Halbmarathonzeit ziehen. Die 5-km-Zeit wird aber mit dem Faktor 4,667 multipliziert. Da diese Strecke kürzer ist, ist auch die Hochrechnung ungenauer. Generell gilt: Je älter der Läufer, umso ungenauer die Berechnung, da diese auf kürzeren Strecken nicht mehr die "Spritzigkeit" haben. Auf längeren Strecken wirkt sich dies nicht so aus. Trotz langsamerer 10-km-Zeit kann also doch eine bessere Halbmarathonzeit "rausschauen". Meine letzte Hoffnung...

Donnerstag, 26. Februar 2009

Entzug!

Ich hätte es nie gedacht, aber zwei Tage ohne Lauf machen mich jetzt nervös. Also war ich gestern schon ganz wild darauf, meine Beine zu bewegen. Nach Büroschluss schnell nach Hause, ruckzuck umgezogen, dem Besuch schnell die Hände geschüttelt und weg war ich. So schnell konnte Sonja, meine Holde, gar nicht schauen. Meine zwei Babytwins haben mir auch bloß nur mehr mit offenen Mündern und großen Augen nachgeschaut. Yeah, Babies, daddy has got to hit the road!

Fahrtenspiel war angesagt. Auf den ersten Kilometern musste ich mich extrem zurückhalten, um nicht wie ein Depp mit Vollgas durch die Gegend zu rennen. Außerdem hatte ich in meinem eilenden Übermut völlig die Außentemperatur von +2° Celsius übersehen und meinen gestählten Läuferkörper zu leicht bekleidet. Schon alleine deswegen wäre ich zu Beginn gerne schneller gelaufen.
Bei Kilometer zwei ließ ich dann endlich die Zügel los und die PS frei. Galopp, galopp (mancher würde vielleicht auch sagen: trampel, trampel), ging's dahin. Bald stellte sich das rythmische, gleichmäßige Schnaufen ein: pfffff, pfffff, pfffff...zisch!...vorbei an einem anderen Läufer...zisch! zisch!...vorbei an zwei joggenden Damen. Jaaaa, ich fliegeeeeeee! Nach cirka einem Kilometer drosselte ich das Tempo (Jetzt bloß nicht zu langsam werden, sonst überholen die mich alle wieder. Also Traben, aber nicht zu langsam. Und wenn's doch gefährlich wird, bleibt immer noch der Schnürsenkeltrick...)
So ging's im Spiel zwischen schneller und langsamer die nächste Stunde dahin. Ohja, du frühlingshafter Halbmarathon, du, ich komme!

Dienstag, 24. Februar 2009

Gefährlicher Winter für Läufer

Der Winter ist schon per se keine Jahreszeit, die es gut mit uns Läufern meint. Ungeräumte Rad-, rutschige Waldwege und jede Menge Schnee, wo wir ihn nicht brauchen und nicht wollen.
Gestern bin ich im ORF-Teletext auf eine weitere Gefahr gestoßen: Schneepflüge! "Schneepflug tötet Jogger" lautete dort die Schlagzeile. Ein halb besoffener Fahrer, der noch dazu keinen Führerschein besaß (!), ist bei seiner morgendlichen Fahrt durch die verschneiten Straßen von Wien eingeschlafen. Dieser Art fahrerlos, kam der Schneepflug von der Straße ab und rammte einen zufällig vorbeilaufenden Jogger. Dieser wurde so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Zum Glück ist der Winter bald vorbei.

Montag, 23. Februar 2009

Strafe muss sein

Zwei Tage Fressen schreit regelrecht nach einer ausgiebigen Bestrafung. Das vergangene Wochenende war erfüllt mit kulinarischen Exzessen, in die ich - und das schwöre ich - unschuldigerweise geraten bin. Kann ich nämlich etwas dafür, dass ich zu allen möglichen Geburtstags- und Abschiedsessen eingeladen werde? Und kann jemand von mir verlangen, dass ich dann, einmal am reich gedeckten Tisch sitzend, zwei Stunden lang an einem Salatblättchen herumknabbere? Natürlich nicht. Außerdem wäre das extrem unhöflich.
Nun, die Bestrafung stand bereits seit langem in meinem Trainingsplan: ein langer Lauf von zwei Stunden am Sonntag . Da ich seit Jahren nicht mehr so lange gelaufen war, schlief ich in der Nacht vorher extrem schlecht. Das könnte aber auch an meinem Völlegefühl im Bauch oder an meinem recht aktiven Babychor gelegen haben. Jedenfalls machte ich mir ziemlich Gedanken, ob ich das schaffen würde. Vor Jahren zog ich mir nämlich auf einem langen Lauf, so ziemlich am von meinem Startpunkt entfernsten Ort, eine Muskelzerrung zu. Ohne Handy blieb mir nichts anderes übrig, als in stundenlanger Humpelei zum Auto zurückzukehren. Solche Erlebnisse prägen.
Gestern ging aber alles gut. Zwar schmerzt es heute in allen Teilen meines gesamten "Fahrgestells", aber ich habe durchgehalten. Das Training zeigt bereits seine Wirkung.

Freitag, 20. Februar 2009

Training für echte Ladys

Gestern war ich wieder auf dem Laufband im Fitnessstudio. Bedingt durch meine Arbeits- und Privatsituation ist das zur Zeit meine bevorzugte Laufstrecken. So langweilig es oft bei einem "echten" Lauf im Freien sein kann, so interessant kann es auf dem Laufband sein. Zumindest in einem Studio, wo dauernd irgendwelche Leute durch die Gegend wieseln. Da gibt es viel zu beobachten. Und zu hören. Gestern hatte ich zwei extrem hart trainierende Ladys neben mir. Die eine "walkend" auf dem Laufband (wie schräg ist das denn, bitte!) mit unglaublichen 3,9 km/h Geschwindigkeit und sich am Seitengeländer haltend, die andere gleich daneben auf einem Crosstrainer (oder wie die Dinger heißen), die Arme verschränkt, und gemütlich auf dem "control panel" aufgelehnt. Und natürlich sich einander unentwegt alles Mögliche erzählend. Nach zehn Minuten war die walkende Dame wohl total fertig, jedenfalls stieg sie von dem Ding runter, lehnte sich daran an und plapperte gemütlich weiter. Nach weiteren zehn Minuten hatte sie sich soweit erholt, dass sie sich auf eigenen Füßen Richtung Umkleideräume bewegen konnte (ich war geistig schon darauf vorbereitet, vom Laufband zu springen und ihr stützend behilflich zu sein).
Nun muss wohl jemand die unangenehme Aufgabe übernehmen, den beiden Damen die Wahrheit ins Gesicht zu sagen, also tu ich es: Liebe Ladys, diese Art von Training bringt zwar sehr viel drittrangige Information und Klatschwissen, aber keine Trainingsfortschritte. Bitte überdenken Sie Ihren Trainingsplan noch einmal.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Die 85-Kilo-Kategorie

Ich bin enttäuscht! Beim Meraner Frühlingsmarathon gibt's keine Schwergewichtskategorie mehr! Wer in den vergangenen Jahren nach dem Zieleinlauf auf die Waage stieg und schwerer war als 85 Kilo, wurde der Kategorie "Schwergwicht" zugeordnet, die eigens gewertet wurde.
Jetzt gibt's diese Kategorie nicht mehr. Entweder war der Andrang nicht mehr zu koordinieren oder die Schwergewichte der vergangenen Jahre sind alle an Herzinfarkt gestorben. Wer weiß, was der Grund für die Abschaffung war.
Meine Überlegungen in den letzten Wochen waren also umsonst. Ich war hin- und hergerissen: Sollte ich mir die fehlenden Kilos in den kommenden Monaten noch anfuttern (sehr leicht), um in der Schwergewichtskategorie gewertet zu werden und vielleicht das erste Mal in meinem Leben unter den ersten zehn eines Wettkampfes sein, oder sollte ich mir noch ein paar Kilos runterhungern (sehr, sehr schwierig), um vielleicht ein wenig schneller zu werden aber dann doch irgendwo im hinteren Mittelfeld zu landen?
Nun sieht's wohl so aus, als würde heute das Abendessen ausfallen...

Wieder auf Trab

Ich habe es also wieder getan. Na gut, es gibt Schlimmeres als wieder mit dem Laufen zu beginnen. Trotzdem: einfach war's nicht. Was den Ausschlag gegeben hat? Die Weihnachtsvöllerei 08 war im Nachhinein gesehen höchstwahrscheinlich nicht ganz unschuldig daran. Auch, dass seit wenigen Monaten unsere Wohnung Tag und Nacht von Babygeschrei mal zwei erfüllt ist, war motivierend. Wann ist es ruhiger als bei einem schönen, langen Lauf? Eben.

Lauftraining ohne Ziel ist öde. Von wegen "Der Weg ist das Ziel". Sollen doch andere planlos durch die Gegend dackeln, ich brauche mein Ziel und das Ziel ist jetzt das Ziel beim Frühlingshalbmarathon 2009 in Meran. (Ich meine, welcher Läufer denkt sich denn auf der Strecke: Ach, ich bin jetzt auf dem Weg und der ist das Ziel, mehr will ich nicht...)

Die sporadischen Laufausflüge in die Landschaft und aufs Laufband im Jänner mit entsprechendem Muskelkater und Frust sind nun vorbei. Nun wird mit System an die Sache herangegangen. Ein Freund von mir hat einmal seinen Zehn-Wochen-Trainingsplan für einen Marathon mit "Zehn harte Wochen" überschrieben. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.